Welche Materialien lassen sich per UV-Direktdruck bedrucken?
Die kurze Antwort: fast jede feste, saubere und weitgehend
ebene Oberfläche. Die längere steht hier — Werkstoff für Werkstoff, mit
Haftung, nötiger Grundierung, Außentauglichkeit und den Stellen, an denen
das Verfahren an seine Grenze kommt.
RegelfallHolz, Glas, Acryl, Metall, Kunststoff, Leder
Grenze Formmax. 2 mm Höhenunterschied auf der Fläche
Grenze Maß330 × 420 mm, bis 100 mm Objekthöhe
Nicht geeignetsaugend, staubend, fettend, silikonhaltig
01 — Übersicht
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8 von 8 Materialien
Holzinnen
Maserung sichtbar lassen oder unter Weiß verschwinden lassen — beides möglich.
Glasinnen + außen
Deckend nur mit Weiß hinterlegt. Rundes läuft über den Rotationsaufsatz.
Acrylglasinnen + außen
Der dankbarste Werkstoff: plan, hell, glatt. Auch von hinten bedruckbar.
Metallinnen + außen
Alu und beschichtete Bleche. Auf dunklem Metall ist Weiß Pflicht.
Kunststoffinnen
Auch 3D-gedruckte Teile aus eigener Fertigung — Beschriftung ohne Aufkleber.
Lederinnen
Echt und Kunstleder. Bleibt biegsam, an Knickkanten ist die Grenze.
Keramikinnen + außen
Fliesen und glasierte Flächen: glatt, hart, gut bedruckbar.
Steininnen + außen
Nur geschliffen und geschlossen. Raue Bruchflächen nehmen den Druck ungleich an.
Der Hersteller nennt „über 300 Materialien". Die
ehrlichere Auskunft: Es kommt weniger auf den Werkstoff an als auf die
Oberfläche und die Form. Deshalb hier lieber acht Gruppen im Detail als eine
Zahl, die nichts über Ihr Objekt sagt.
02 — Holz bedrucken
Maserung als Gestaltungsentscheidung
Holz ist der Werkstoff, bei dem der Unterschied zum üblichen
Wettbewerb am größten ist: Personalisierte Holzschilder und Holzartikel
entstehen fast überall per Laser-Gravur — und die ist einfarbig, nämlich
dunkelbraun. Der Direktdruck bringt das Motiv in Originalfarben aufs Holz.
HaftungGut auf glatt geschliffenem, geöltem oder lackiertem
Holz. Sehr raue oder stark saugende Oberflächen nehmen die Tinte ungleich
an — dort wird das Ergebnis fleckig.
Mit oder ohne WeißOhne Weißschicht scheint die Maserung durchs
Motiv, das wirkt warm und handgemacht. Mit Weißschicht steht das Motiv
farbecht auf dem Holz. Beides ist gewollt machbar — sagen Sie uns, was Sie
wollen.
Innen und außenDer Druck selbst hält draußen. Das Holz nicht
unbedingt: es arbeitet, quillt und reißt, und ein Riss geht durch den Druck
hindurch. Für den Außenbereich ist Acryl oder Metall die haltbarere
Wahl.
ReliefAuf glattem Holz sehr wirkungsvoll — erhabene Schrift
oder ein aufgesetztes Logo bis 5 mm. Auf grob strukturiertem Holz geht der
Effekt unter.
Links glatt, rechts mit aufgedruckter Struktur — dieselbe Fläche, zwei Anmutungen
HaftungGut auf sauberem, entfettetem Glas. Fingerabdrücke
und Reste von Reinigungsmitteln sind hier die häufigste Fehlerquelle —
deshalb reinigen wir vor dem Druck grundsätzlich.
Weiß ist meistens nötigGlas ist durchsichtig: ohne
Weißschicht sieht man durch das Motiv hindurch, was hinter dem Glas liegt.
Mit Weiß hinterlegt steht das Motiv auch vor hellem Hintergrund. Ohne
Weiß entsteht dagegen ein bewusst transluzenter Effekt.
Flach oder rundFlachglas läuft auf dem Flachbett, Flaschen
und Trinkgläser über den Rotationsaufsatz — Ø bis 100 mm, Länge bis
240 mm.
GrenzenStark gewölbte oder taillierte Gläser gehen nicht.
Und: bedrucktes Trinkglas gehört nicht in die Spülmaschine, sondern von
Hand gespült.
04 — Acrylglas bedrucken
Der unkomplizierteste Werkstoff
HaftungSehr gut. Acryl ist plan, glatt und chemisch
gutmütig — hier gibt es die wenigsten Überraschungen.
Von vorn oder von hintenAuf klarem Acryl lässt sich das Motiv
spiegelverkehrt auf die Rückseite drucken. Dann liegt es geschützt hinter
dem Material und bekommt durch die Acrylstärke Tiefe — der übliche Aufbau
für Fotos auf Acryl.
Weiß als HintergrundBei rückseitigem Druck kommt das Weiß
zuletzt und wird zur deckenden Rückwand. Ohne Weiß bleibt das Bild
durchscheinend — als Effekt vor einer beleuchteten Fläche
reizvoll.
Innen und außenFarbstabil und witterungsbeständig, damit die
erste Wahl für Schilder im Außenbereich.
Typische Anwendungen: Türschilder und Praxisschilder
(Schilder personalisiert),
Fotodrucke auf Acryl, Aufsteller, Plaketten.
05 — Metall bedrucken
Weiß entscheidet über die Wirkung
HaftungGut auf eloxiertem Alu, pulverbeschichteten und
lackierten Blechen. Auf blank poliertem Edelstahl ist sie schwächer — das
prüfen wir am Muster, statt es zu versprechen.
Weiß ist StandardMetall ist dunkel und spiegelt. Ohne
Weißschicht wirken helle Farben stumpf und grau. Mit Weiß darunter steht
das Logo in Firmenfarben — das ist der Punkt, an dem der Direktdruck die
Gravur schlägt.
Innen und außenMetall selbst ist außentauglich, und der Druck
hält mit. Für Beschilderung im Freien neben Acryl die belastbarste
Kombination.
GrenzenNicht geeignet für Teile, die dauerhaft geschliffen,
gerieben oder mit Lösemittel gereinigt werden. Und: Der Druck ersetzt keine
Typenschildgravur mit gesetzlicher Anforderung.
06 — Kunststoff bedrucken
Und: 3D-gedruckte Teile direkt beschriften
Das ist die Stelle, an der unsere beiden Werkstätten
zusammenkommen. Wir fertigen Bauteile im
FDM-3D-Druck — und bedrucken sie im selben Haus
vollfarbig, statt sie mit einem Aufkleber zu versehen, der sich irgendwann
löst.
Auf gedruckten TeilenPLA, PETG und ASA nehmen den Druck gut an.
Beschriftung, Firmenlogo, Farbcode, Seriennummer oder Bedienhinweise gehen
direkt aufs Bauteil — auf jeder ausreichend ebenen Fläche.
Schichtstruktur beachtenEin FDM-Teil hat sichtbare Schichtlinien.
Auf einer glatten Oberseite ist das kein Thema, auf einer gewölbten Flanke
schon — dort planen wir die Fläche mit, bevor gedruckt wird.
SerienkennzeichnungBei
Kleinserien lässt sich jedes Teil
einzeln nummerieren, ohne Aufpreis pro Variante. Für Prototypen und
Funktionsmuster heißt das: beschriftet statt beklebt.
Gekaufte KunststoffartikelGehäuse, Boxen, Powerbanks, Etuis:
ebenfalls gut bedruckbar. Ausnahmen sind stark weichmacherhaltige
Kunststoffe, Silikon und lose beschichtete Oberflächen — dort hält der
Druck nicht zuverlässig.
07 — Leder bedrucken
Biegsam, aber nicht knickfest
HaftungGut auf glattem Echt- und Kunstleder. Stark
genarbte, gefettete oder wachsbehandelte Oberflächen sind der schwierige
Fall und gehören vorab am Muster geprüft.
BeweglichkeitDie ausgehärtete Schicht macht leichtes Biegen
mit. An einer Kante, die dauerhaft scharf geknickt wird — der Falz einer
Geldbörse etwa — ist die Grenze erreicht.
WeißAuf dunklem Leder unverzichtbar, sonst verschwindet
jedes helle Motiv.
TypischEtuis, Mappen, Untersetzer, Schlüsselanhänger,
Notizbuchhüllen — meist mit Logo, meist in kleiner Menge.
08 — Wo der Direktdruck nicht funktioniert
Damit Sie nicht umsonst einschicken
Saugende OberflächenUnbehandelter Karton, Papier, poröser
Naturstein, unversiegelter Beton. Die Tinte zieht ungleich ein, das
Ergebnis wird fleckig.
Silikon und weichmacherhaltige KunststoffeDie Tinte findet keinen
dauerhaften Halt. Sie sieht direkt nach dem Druck gut aus und löst sich
später — der schlechteste aller Fälle.
TextilienT-Shirts, Taschen, Stoffe: dafür braucht es andere
Verfahren und Maschinen. Wir bieten keinen Textildruck an.
Stark gewölbte FormenÜber die bedruckte Fläche sind maximal
2 mm Höhenunterschied möglich. Kugeln, stark taillierte Objekte und tiefe
Prägungen gehen deshalb nicht — außer, das Objekt ist rund und passt auf den
Rotationsaufsatz.
Zu großÜber 330 × 420 mm Fläche oder über 100 mm Objekthöhe
ist Schluss. Rund: über 100 mm Durchmesser oder über 240 mm Länge.
Gravur statt FarbeWenn ausdrücklich eine Vertiefung im
Material gefordert ist — etwa aus normativen Gründen — ist Laser oder Fräse
das richtige Verfahren. Beides haben wir nicht im Haus.
09 — Häufige Fragen zu Materialien
Hält der Druck auf Glas?
Ja, auf sauberem und entfettetem Glas haftet die ausgehärtete
UV-Schicht gut. Damit das Motiv nicht durchscheinend wirkt, drucken wir
in der Regel zuerst Weiß und das Motiv darauf. Bedrucktes Trinkglas
sollte von Hand gespült werden — die Spülmaschine setzt jeder
Druckschicht über viele Zyklen zu.
Muss die Oberfläche vorbehandelt werden?
Gereinigt und entfettet wird immer, das gehört zum Ablauf. Eine
darüber hinausgehende Vorbehandlung ist bei den gängigen Werkstoffen —
Holz, Acryl, beschichtetes Metall, Kunststoff — normalerweise nicht
nötig. Bei blank poliertem Edelstahl, stark genarbtem Leder und
ungewöhnlichen Beschichtungen prüfen wir es vorab am Muster, statt die
Haftung zu versprechen.
Ist der Druck außentauglich?
Die Druckschicht selbst hält Regen und Temperaturwechsel aus.
Entscheidend ist das Trägermaterial: Acryl, Metall und Keramik sind für
draußen gemacht, Holz arbeitet im Wetter unabhängig vom Druck. Bei
dauerhafter praller Sonne ist über die Jahre ein Nachlassen der Farbtiefe
zu erwarten.
Kann ich 3D-gedruckte Teile bedrucken lassen?
Ja, und das ist eine der Kombinationen, für die wir beide Verfahren im
Haus haben: Wir fertigen das Teil im FDM-Druck aus PLA, PETG oder ASA und
bedrucken es anschließend direkt — Beschriftung, Logo, Farbcode oder
Seriennummer, ohne Aufkleber. Die zu bedruckende Fläche sollte
ausreichend eben und glatt sein.
Welche Materialien gehen nicht?
Saugende Oberflächen wie unbehandelter Karton oder poröser Naturstein,
Silikon und stark weichmacherhaltige Kunststoffe, sowie Textilien. Dazu
alles, was über die zu bedruckende Fläche mehr als 2 mm Höhenunterschied
hat, größer als 330 × 420 mm ist oder mehr als 100 mm Objekthöhe
hat.
Wozu braucht es eine Weißschicht?
UV-Tinte ist nicht vollständig deckend. Auf dunklen, farbigen oder
durchsichtigen Materialien scheint der Untergrund durch und helle Farben
wirken stumpf. Deshalb wird zuerst Weiß gedruckt und das Motiv darauf.
Weiß ist bei uns eine eigene Druckfarbe und kein
Aufpreis-Extra — es kostet lediglich einen zusätzlichen
Durchgang.
Unsicher bei Ihrem Material?
Foto und Maße in die Anfrage, wir sagen Ihnen vorab, ob es hält — auch
wenn die Antwort nein lautet. Wie das Verfahren arbeitet, steht auf der
Seite UV-Direktdruck.